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Entscheidungsschwierigkeiten: Wenn Aufschieben zur heimlichen Belastung wird

Viele Menschen glauben, sie hätten ein Informationsproblem. Doch in Wahrheit haben sie ein Klarheitsproblem. Mehr Daten. Mehr Meinungen. Mehr Optionen – und trotzdem passiert… nichts.


Nur diese eine Entscheidung, die du eigentlich längst treffen wolltest – aber noch etwas fehlt. Noch eine Info. Noch ein Gefühl. Noch ein besserer Moment. Und während du wartest, wird das innere Rauschen lauter.


Warum fällt Entscheiden so schwer?


Entscheidungsschwierigkeiten sind kein Zeichen von Unfähigkeit. Sie sind ein Zeichen dafür, dass dein System – mental, emotional, körperlich – nicht stimmig ist.


Oft entsteht Entscheidungsaufschub durch:

• Überforderung: zu viele Optionen, zu wenig innere Orientierung

• Perfektionismus: Angst, „die falsche Wahl“ zu treffen

• Verantwortungsdruck: was bedeutet die Entscheidung für andere?

• Dysregulation im Nervensystem: Fight, Flight oder Freeze

• Fehlende Verbindung zum eigenen Körpergefühl: Kopf dominiert – Körper schweigt


Und genau darin liegt der Kern: Klarheit entsteht nicht im Kopf. Klarheit entsteht, wenn du formulierst, was wirklich da ist.


Der entscheidende Moment liegt nicht im Denken – sondern im Aussprechen


Manchmal reicht ein einziger Satz. Ausgesprochen, hingeschrieben, hörbar gemacht.

Und plötzlich passiert etwas, das kein Tool der Welt leisten kann: Der Körper reagiert.


Frag dich:

  • Wird es ruhiger, weiter, entspannter?

  • Oder wird es eng, drückend, unruhig?

  • Spürst du ein Ziehen in Brust oder Bauch?

  • Oder ein Aufatmen, als würde endlich etwas einrasten?


Dieses Körperfeedback ist kein Zufall. Es ist dein Nervensystem, das dir Rückmeldung gibt, ob eine Entscheidung zu dir passt – oder nicht.


Entscheidung aufschieben – was wirklich dahinter steckt


Hinter dem Aufschieben steckt selten Bequemlichkeit. Oft ist es eine Überforderung durch zu viele Optionen und ein Verantwortungsdruck, der schwerer wiegt, als wir wahrhaben wollen. Wenn jede Entscheidung Auswirkungen auf andere hat, zieht sich das System zurück. Dazu kommt Perfektionismus – die Angst, einen Fehler zu machen oder nicht die „beste“ Wahl zu treffen. Und während der Kopf noch analysiert, rutscht das Nervensystem in alte Muster: Fight, Flight oder Freeze. Manche gehen in Aktionismus, manche verdrängen, andere erstarren völlig. Diese Reaktionen sind kein persönliches Scheitern, sondern Schutzmechanismen.


Viele, die gut funktionieren, übersehen das. Sie treffen täglich Entscheidungen – beruflich, privat, für andere Menschen. Und dennoch geraten sie ins Stocken, wenn es um eigene Entscheidungen geht. Nicht, weil sie schwach sind. Sondern weil sie den Kontakt zu dem verloren haben, was innere Führung bedeutet.


Aufschieben ist keine Faulheit, sondern ein Signal für:

  • fehlende innere Sicherheit

  • nicht geäußerte Bedürfnisse

  • unklare Grenzen

  • ungelöste Emotionen

  • mangelnde Verbindung zwischen Kopf und Körper


Das Entscheidende ist: Du kannst die Klarheit zurückholen. Nicht, indem du dich zwingst, schneller zu entscheiden, sondern indem du wieder wahrnimmst, was dein System dir zeigt.


Wie entsteht wieder Entscheidungsfähigkeit?


Nicht durch zehn neue Tools. Nicht durch stundenlange Analysen. Sondern durch einfache, klare Schritte:


1. Schreibe die Entscheidung auf

Nicht im Kopf hin- und herschieben – sichtbar machen.


2. Sprich sie laut aus

Denn Worte verändern die Wahrnehmung. Sie machen Wahrheit spürbar.


3. Achte auf das unmittelbare Körperfeedback

Was zeigt dein System?

  • Öffnung = Ja

  • Enge = Nein

  • Unruhe = da stimmt etwas noch nicht

  • Druck = Schutzmechanismus aktiv


Je einfacher die Schritte, desto klarer das Ergebnis.


Coaching bei Entscheidungsschwierigkeiten


Ich arbeite mit Menschen, die Verantwortung tragen – für Teams, Kund*innen, Projekte, Familien – und die trotzdem an entscheidenden Stellen festhängen. Nicht, weil sie unfähig sind. Sondern weil sie überfunktionieren und irgendwann den Kontakt zu sich selbst verlieren.


In meinen Coachings geht es nicht um Entscheidungstabellen oder Tools, die du nie wieder benutzt. Sondern um:

• klare Worte

• konkrete innere Signale

• körperliches Feedback

• nachvollziehbare Schritte

• echte innere Orientierung


Wenn Klarheit entsteht, kommt die Entscheidung fast von selbst.


Was zeigt dein Körper, wenn du deine nächste Entscheidung aufschreibst oder aussprichst?


Vielleicht ist das genau der Moment, in dem du merkst, dass die Antwort längst da ist –und nur darauf wartet, dass du sie hörbar machst.




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